Die Orangerie im 20. Jahrhundert

nach 1900

Die Rasenflächen und Beete werden komplett neu gestaltet (in der Form, die 1995 wiederhergestellt wird). Der reiche, über fast zweieinhalb Jahrhunderte aufgebaute Bestand an Orangeriepflanzen geht innerhalb weniger Jahre dramatisch zurück, sodass bereits vor dem Ersten Weltkrieg die Nutzung der Anlage als Orangerie aufgegeben wird. Die vier Gebäude (zwei Treib- und zwei Kalthäuser) stehen fortan für andere Zwecke zur Verfügung.

Im Laufe ihres Bestehens wurde die Gartenanlage der Orangerie immer wieder verändert. Diese um 1900 entstandene Aufnahme zeigt sehr schön die seinerzeit noch sehr breite, auf das Schloss Friedrichsthal zulaufende Mittelachse. Beeindruckend ist der reiche Bestand vor allem an großen Bäumen und Kübelpflanzen. (Foto: MRV)

Im Laufe ihres Bestehens wurde die Gartenanlage der Orangerie immer wieder verändert. Diese um 1900 entstandene Aufnahme zeigt sehr schön die seinerzeit noch sehr breite, auf das Schloss Friedrichsthal zulaufende Mittelachse. Beeindruckend ist der reiche Bestand vor allem an großen Bäumen und Kübelpflanzen. (Foto: MRV)

 

Dieses nur wenige Jahre später aufgenommene Foto zeigt eine veränderte Struktur der Rasenparterres und eine schlichtere Ausstattung mit Kübelpflanzen. Der zuvor breite Mittelgang wird jetzt durch zwei Beete in schmalere Wege gegliedert. (Foto: MRV)

Dieses nur wenige Jahre später aufgenommene Foto zeigt eine veränderte Struktur der Rasenparterres und eine schlichtere Ausstattung mit Kübelpflanzen. Der zuvor breite Mittelgang wird jetzt durch zwei Beete in schmalere Wege gegliedert. (Foto: MRV)

 

1906

Hinter dem südlichen Treibhaus wird ein Heizhaus errichtet und in allen vier Orangeriegebäuden eine moderne Dampfheizung eingebaut, welche die rund 50 Jahre alten Kanalheizungen im „Orangenhaus“ und den beiden Treibhäusern sowie die noch ältere Ofenheizung im „Lorbeerhaus“ ablöst.

Eine seltene Ansicht der nördlichen Seite der Gartenanlage bietet diese kolorierte Postkarte: Direkt oberhalb des südlichen Treibhauses aufgenommen, zeigt sie mit Blick über fast das gesamte Orangerieparterre das nördliche Treibhaus, das „Orangenhaus“ und (ganz rechts) das renommierte Hotel „Stadt Coburg“. (Original: Altstadtverein)

Eine seltene Ansicht der nördlichen Seite der Gartenanlage bietet diese kolorierte Postkarte: Direkt oberhalb des südlichen Treibhauses aufgenommen, zeigt sie mit Blick über fast das gesamte Orangerieparterre das nördliche Treibhaus, das „Orangenhaus“ und (ganz rechts) das renommierte Hotel „Stadt Coburg“. (Original: Altstadtverein)

 

1909

Nach Beschädigungen durch Vandalismus wird der Springbrunnen in der Mittelachse der Gartenanlage demontiert und nicht wieder ersetzt. Das flache Brunnenbecken bleibt erhalten und das Wasser sprudelt fortan als schlichte Fontäne aus dem Fuß des verschwundenen Brunnens.

1915 I Brunnen

Seit 1868 zierte ein flaches Marmorbecken mit einem metallenen Springbrunnen die Mittelachse der Orangerie. (Original: Altstadtverein)

 

1915 II Brunnen

Im Jahre 1909 wurde der beschädigte Brunnen ersatzlos entfernt. Fortan sprudelte das Wasser aus dem verbliebenen Fuß als Fontäne in das Brunnenbecken. (Foto: MRV)

 

1916

In der Orangerie findet vom 15. Juli bis 15. August die „Deutsche Kriegs-Ausstellung für Thüringen“ zugunsten des Roten Kreuzes statt. Unter der Schirmherrschaft Herzogin Victoria Adelheids von Sachsen-Coburg und Gotha (1885–1970) werden im „Orangen-“ und im „Lorbeerhaus“ Waffen von Heer, Marine und Luftfahrt gezeigt.

Noch war die Begeisterung für den Ersten Weltkrieg groß: Für die „Deutsche Kriegs-Ausstellung für Thüringen“ zugunsten des Roten Kreuzes wurde das Eingangsportal der Orangerie festlich geschmückt. (Foto: MRV)

Noch war die Begeisterung für den Ersten Weltkrieg groß: Für die „Deutsche Kriegs-Ausstellung für Thüringen“ zugunsten des Roten Kreuzes wurde das Eingangsportal der Orangerie festlich geschmückt. (Foto: MRV)

 

Unter der Schirmherrschaft Herzogin Victoria Adelheids von Sachsen-Coburg und Gotha wurden im „Orangenhaus“ (hier im Bild) Waffen von Heer und Marine, im „Lorbeerhaus“ Luftfahrzeuge und „Flugmaschinen aller Art“ ausgestellt. (Foto: MRV)

Unter der Schirmherrschaft Herzogin Victoria Adelheids von Sachsen-Coburg und Gotha wurden im „Orangenhaus“ (hier im Bild) Waffen von Heer und Marine, im „Lorbeerhaus“ Luftfahrzeuge und „Flugmaschinen aller Art“ ausgestellt. (Foto: MRV)

 

nach 1918

Einige Räume des „Lorbeerhauses“ dienen zeitweilig als Kartoffellager.

 

1919

Durch das sogenannte Einziehungsgesetz der Gothaer USPD-Regierung vom 31. Juli wird der gesamte Besitz des Hauses Sachsen-Coburg und Gotha im ehemaligen Herzogtum Gotha (und damit auch die herzogliche Orangerie) entschädigungslos enteignet und in Landeseigentum überführt. In der Mittelachse der Orangerie wird die überlebensgroße Bronzeplastik einer Diana mit Hund auf ovalem Kalksteinsockel aufgestellt.

Im Jahre 1919 wurde auf der in der Mittelachse befindlichen Rasenfläche der Orangerie die überlebensgroße Bronzeplastik einer Diana mit Hund auf ovalem Kalksteinsockel aufgestellt. (Foto: Altstadtverein)

Im Jahre 1919 wurde auf der in der Mittelachse befindlichen Rasenfläche der Orangerie die überlebensgroße Bronzeplastik einer Diana mit Hund auf ovalem Kalksteinsockel aufgestellt. (Original: Altstadtverein)

 

Die Diana vor dem Hintergrund des „Lorbeerhauses“. Bereits 1931 wurde die Figurengruppe wieder entfernt. Ihr weiteres Schicksal ist bislang unbekannt, doch es ist wahrscheinlich, dass sie während des Zweiten Weltkriegs für Rüstungszwecke eingeschmolzen wurde. (Foto: Altstadtverein)

Die Diana vor dem Hintergrund des „Lorbeerhauses“. Bereits 1931 wurde die Figurengruppe wieder entfernt. Ihr weiteres Schicksal ist bislang unbekannt, doch es ist wahrscheinlich, dass sie während des Zweiten Weltkriegs für Rüstungszwecke eingeschmolzen wurde. (Original: Altstadtverein)

 

1925

Per Beschluss des Reichsgerichts vom 18. Juni wird die 1919 erfolgte Enteignung des herzoglichen Vermögens für verfassungswidrig und ungültig erklärt. Sämtliche Immobilien und Sachwerte im ehemaligen Herzogtum Gotha gehen wieder in das Privateigentum des letzten Herzogs, Carl Eduards von Sachsen-Coburg und Gotha (1884–1954), über. Zwischen 1920 und 1930 werden die ursprünglich hohen Glasfenster an der Fassade des nördlichen Treibhauses, das seit über zehn Jahren nicht mehr für die Aufzucht von Pflanzen verwendet wird, stark verkleinert.

Obwohl üppiger Baumwuchs um 1930 einen Teil der Sicht auf das nördliche Treibhaus verdeckt, ist zu erkennen, dass die einst hohen Glasfenster der Fassade inzwischen stark verkleinert wurden. (Foto: MRV)

Obwohl üppiger Baumwuchs um 1930 einen Teil der Sicht auf das nördliche Treibhaus verdeckt, ist zu erkennen, dass die einst hohen Glasfenster der Fassade inzwischen stark verkleinert wurden. (Foto: MRV)

 

1926

Der renommierte Gothaer Caféhausbesitzer Otto Leidel legt Pläne für den Einbau eines Cafés (mit kleinem Brunnen) im Mittelpavillon des „Lorbeerhauses“ vor, die ausgeführt werden. Vor allem während der seinerzeit recht häufigen Ausstellungen in der Orangerie können sich die Besucher hier fortan mit Kaffee und Kuchen stärken.

Schon drei Jahrzehnte vor dem „Orangerie-Café“ gab es in der Orangerie Kaffee: Der Besitzer des renommierten „Café Leidel“ richtete im „Lorbeerhaus“ ein Café ein und stellte in den Sommermonaten für die Besucher Tische, Stühle und Sonnenschirme vor das Gebäude (links). Ein interessantes Detail: Der damals noch existierende Weg direkt vor der Gebäudefront ist seit Jahrzehnten mit Gras zugewachsen und heute nicht mehr sichtbar. (Foto: MRV)

Schon drei Jahrzehnte vor dem „Orangerie-Café“ gab es in der Orangerie Kaffee: Der Besitzer des renommierten „Café Leidel“ richtete im „Lorbeerhaus“ ein Café ein und stellte in den Sommermonaten für die Besucher Tische, Stühle und Sonnenschirme vor das Gebäude (links). Ein interessantes Detail: Der damals noch existierende Weg direkt vor der Gebäudefront ist seit Jahrzehnten mit Gras zugewachsen und heute nicht mehr sichtbar. (Foto: MRV)

Plakat für die in den 1930er-Jahren beliebten „Sommerabende in der Orangerie“, deren Besuch 30 Pfennig Eintritt kostete. (Foto und Repro: MRV)

 

1927

Der renommierte Bad Langensalzaer Landschaftsmaler Joachim Hellgrewe (1887–1956) fertigt im Auftrag der Stadt u.a. ein Gemälde der Südseite der Orangerie, das die Stadtväter für Werbezwecke ankaufen.

1927 Orangerie Gemälde

„Zur Hebung des Fremdenverkehrs“ ließ die Stadt 1927 dieses etwa 50 x 70 Zentimeter große Gemälde der Südseite der Orangerie vom Lanschaftsmaler Joachim Hellgrewe anfertigen. (Original: Stadtverwaltung)

 

1930

Veranstaltet aus Anlass der Hundertjahrfeier des 1830 in Gotha gegründeten Thüringer Gartenbauvereins, lockt die „Deutsche Rosenschau“ vom 29. Juni bis 23. September rund 100.000 Besucher in die Orangerie.

Für heutige Verhältnisse unglaublich: Rund 100.000 (!) Besucher sahen im Sommer 1930 die „Deutsche Rosenschau“ in der Orangerie. Hier die Geschäftsstelle der Ausstellung mit den Organisatoren; im Hintergrund das nördliche Orangeriegebäude, das „Orangenhaus“. (Foto: MRV)

Für heutige Verhältnisse unglaublich: Rund 100.000 (!) Besucher sahen im Sommer 1930 die „Deutsche Rosenschau“ in der Orangerie. Hier die Geschäftsstelle der Ausstellung mit den Organisatoren; im Hintergrund das nördliche Orangeriegebäude, das „Orangenhaus“. (Foto: MRV)

 

Die „Deutsche Rosenschau“ bescherte der Orangerie so viele Besucher wie nie zuvor in ihrer Geschichte. Neben vielen bekannten Edelrosen wurde sicher auch die 1915 von der renommierten Erfurter Gartenbaufirma J.C. Schmidt (bekannt als „Blumenschmidt“) gezüchtete Rose „Schloss Friedenstein“ – eine winterharte, violett-bläuliche Kletterrose mit wenig Stacheln – gezeigt. (Repro: MRV)

 

1931

Der seit 1916 bestehende Sandsteinobelisk zum Gedenken an die im Ersten Weltkrieg „gefallenen Helden der FEA 3“ (Gothaer Fliegerersatzabteilung 3) wird auf Veranlassung des Gothaer Vereins für Luftfahrt von der Fliegerwerft in das Halbrund der Orangerie umgesetzt und am 13. September enthüllt. Im Zuge dieser Arbeiten wird die Mittelachse zwischen dem Eingangsportal und dem Brunnenbecken durch ein Halbrund aus Hecken geschlossen. Die Figurengruppe der Diana mit Hund wird entfernt und zunächst im Garten hinter dem Herzoglichen Palais aufgestellt. Der Sockel ist dort bis heute erhalten, die Plastik selbst wurde wahrscheinlich der „Metallspende des Deutschen Volkes“ zugeführt.

Militärische Ehrenwache vor dem 1931 in die Orangerie umgesetzten Sandsteinobelisken zum Gedenken an die im Ersten Weltkrieg „gefallenen Helden der FEA 3“ (Gothaer Fliegerersatzabteilung 3). (Foto: Altstadtverein)

Militärische Ehrenwache vor dem 1931 in die Orangerie umgesetzten Sandsteinobelisken zum Gedenken an die im Ersten Weltkrieg „gefallenen Helden der FEA 3“ (Gothaer Fliegerersatzabteilung 3). (Foto: Altstadtverein)

 

1936

Das Landestheater Gotha mietet das „Orangenhaus“ an, in dessen westlichem Teil fortan die Kulissenmalerei untergebracht ist. Bis 1949 wird das Gebäude als Lager für das Theater genutzt. Das Erdgeschoss des „Lorbeerhauses“ wird an den Gothaer Verkehrsverein e.V. vermietet. Im Winter werden dort nach wie vor Lorbeerbäume (Reste des einst großen Pflanzenbestandes der Orangerie) hier untergebracht.

 

1937

Zum 6. April geht die Orangerie im Rahmen einer Schenkung von der 1928 gegründeten Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha’schen Stiftung für Kunst und Wissenschaft in das Eigentum der Stadt über. Am „Lorbeerhaus“, das vor allem im Inneren große bauliche Mängel aufweist, werden Instandsetzungsarbeiten vorgenommen. In den nächsten drei Jahren wird das Dach neu geschiefert, die Wände erhalten einen frischen Kalkanstrich, ein Teil des Deckenputzes wird erneuert, es werden neue Heizungskanäle und ein neuer Betonfußboden eingebaut. In beiden Kalthäusern wird vom 11. bis 20. Juni unter dem Titel „Die schaffende Front“ eine Ausstellung der DAF (Deutsche Arbeitsfront) für Industrie-, Gewerbe- und Landwirtschaft abgehalten. Im selben Jahr wird mit dem Bau eines Musikpodiums und einer Konzertmuschel im westlichen Halbrund der Gartenanlage begonnen.

 

1938

Im Mittelpavillon des „Lorbeerhauses“ halten die Gothaer Kleingärtner und Kleintierzüchter vom 9. bis 16. Oktober eine Leistungsschau ab. Im darauffolgenden Winter 1938/39 wird das Gebäude für die Unterbringung der Tiere der Raubtierschau Schneider genutzt.

Eine Rarität ist diese Ende der 1930er-, Anfang der 1940er-Jahre entstandene Farbpostkarte, die das nördliche Treibhaus (man beachte die hier gut sichtbare, stark verkleinerte Fensterfront!) und das „Orangenhaus“ zeigt. Im zwar prächtig blühenden Orangerieparterre ist mittlerweile jedoch kein einziges Zitrusbäumchen des einst überreichen Bestandes mehr vorhanden. Ein Detail für Kenner der Anlage bietet sich am rechten Bildrand: Hier sind noch die originalen Keramikvasen zu sehen, welche einst die Brüstungen an den östlichen Stirnseiten der beiden Kalthäuser zur Friedrichstraße hin zierten. Sie wurden – da teils mutwillig zerschlagen, teils aufgrund ihres Alters beschädigt – zu DDR-Zeiten durch die heutigen schlichten Kugeln ersetzt. (Foto: SAG)

Eine Rarität ist diese um 1940 entstandene Farbpostkarte, die das nördliche Treibhaus (man beachte die hier gut sichtbare, stark verkleinerte Fensterfront!) und das „Orangenhaus“ zeigt. Im zwar prächtig blühenden Orangerieparterre ist mittlerweile jedoch kein einziges Zitrusbäumchen des einst überreichen Bestandes mehr vorhanden. Ein Detail für Kenner der Anlage bietet sich am rechten Bildrand: Hier sind noch die originalen Keramikvasen zu sehen, welche einst die Brüstungen an den östlichen Stirnseiten der beiden Kalthäuser zur Friedrichstraße hin zierten. Sie wurden – da teils mutwillig zerschlagen, teils aufgrund ihres Alters beschädigt – zu DDR-Zeiten durch die heutigen schlichten Kugeln ersetzt. (Foto: Altstadtverein)

 

1939

Um das seit seinem Bau unter aufsteigender Feuchtigkeit leidende „Lorbeerhaus“ trockenzulegen, wird im Mai damit begonnen, mittels einer elektrischen Mauersäge die Wände horizontal aufzuschneiden. In den entstehenden Zwischenraum wird eine Isolierschicht aus Dachpappe und Bleifolie eingebracht. Das zwei Jahre zuvor begonnene Musikpodium wird fertiggestellt.

 

1940

Die 1937 begonnenen Instandsetzungsarbeiten am „Lorbeerhaus“ werden abgeschlossen. Da der neue Musikpavillon am westlichen Ende der Mittelachse der Orangerie den FEA-Gedenkobelisken verdeckt, wird dieser im Juli in den Volkspark umgesetzt.

Nach nur neun Jahren musste das FEA-Denkmal dem Bau eines hölzernen Musikpavillons (links) weichen. Deutlich zu sehen ist auf dieser Aufnahme, dass bereits damals vom einst beachtlichen Bestand an Orangeriepflanzen so gut wie nichts mehr vorhanden war. (Foto: MRV)

Nach nur neun Jahren musste das FEA-Denkmal dem Bau eines hölzernen Musikpavillons (links) weichen. Deutlich zu sehen ist auf dieser Aufnahme, dass vom einst beachtlichen Bestand an Orangeriepflanzen so gut wie nichts mehr vorhanden war. (Foto: MRV)

 

1944

Während eines alliierten Luftangriffs am 24. Februar wird die Orangerie von zwei Luftminen getroffen. Während die erste in der Nähe des Musikpavillons einschlägt, trifft die zweite beinahe direkt das südliche Treibhaus, dessen Mittelteil schwer zerstört wird. Im benachbarten „Lorbeerhaus“ und in den dahinter liegenden Gewächshäusern gehen fast alle Scheiben zu Bruch.

Diese 1952 entstandene Aufnahme zeigt deutlich den acht Jahre zuvor durch Bomben verursachten Schaden im Dach des südlichen Treibhauses sowie die mit Brettern vernagelten Fenster des „Lorbeerhauses“, deren Scheiben zersplittert waren. (Foto: MRV)

Diese 1952 entstandene Aufnahme zeigt deutlich den acht Jahre zuvor durch Bomben verursachten Schaden im Dach des südlichen Treibhauses (rechts) sowie die mit Brettern vernagelten Fenster des „Lorbeerhauses“, deren Scheiben zersplittert waren. (Foto: MRV)

 

nach 1945

Die Spur der beiden einst im Halbrund der Orangerie stehenden sogenannten Biedermann-Vasen aus dem Barock verliert sich. Da sie vermutlich beim Luftangriff vom 24. Februar 1944 durch den Einschlag einer Luftmine schwer beschädigt oder gänzlich zerstört wurden, werden sie möglicherweise mit anderem Kriegsschutt zur Auffüllung des Feuerlöschbeckens um das Denkmal Ernsts des Frommen verwendet.

Die zwei einst am westlichen Ende der Orangerie stehenden barocken Biedermann-Vasen verschwanden nach Kriegsende spurlos. Es wird vermutet, dass sie (da wahrscheinlich beim Bombenangriff 1944 beschädigt, bzw. zerstört) als „Bauschutt“ bei der Auffüllung des Feuerlöschbeckens um das Denkmal Ernsts des Frommen endeten. (Foto: MRV)

Die zwei einst am westlichen Ende der Orangerie stehenden barocken Biedermann-Vasen verschwanden nach Kriegsende spurlos. Es wird vermutet, dass sie (da wahrscheinlich beim Bombenangriff 1944 beschädigt, bzw. zerstört) als „Bauschutt“ endeten. (Foto: MRV)

 

1949 bis 1950

Im nördlichen Orangeriegebäude, dem „Orangenhaus“, beginnt der Umbau zur Bibliothek. U.a. werden im östlichen Apartement und dem Ostpavillon hölzerne Zwischendecken eingezogen, Büroräume eingerichtet und ein Aufzug für Bücher eingebaut. Mittelpavillon und Ostteil des Gebäudes erhalten Holzparkett. Im Mittelpavillon werden die beiden großen Kachelöfen in den Wandnischen aufgestellt, die bis 1997 ihren Dienst versehen. 1950 nimmt die 1894 gegründete Stadtbibliothek (ab 1953 Heinrich-Heine-Bibliothek) ihren Betrieb im Gebäude auf.

Als 1950 die Stadtbibliothek in das „Orangenhaus“ (links im Bild) einzog, existierte der einst prächtige Orangeriegarten bereits seit rund drei Jahrzehnten nur noch dem Namen nach: Der noch bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts reiche Bestand an Orangeriebäumen war innerhalb nur weniger Jahre vollständig verlorengegangen und die Aufzucht von Pflanzen aufgegeben worden. Selbst die Rasenflächen waren nurmehr sparsam bepflanzt. (Foto: MRV)

Als 1950 die Stadtbibliothek in das „Orangenhaus“ (links im Bild) einzog, existierte der einst prächtige Orangeriegarten bereits seit rund drei Jahrzehnten nur noch dem Namen nach: Der noch bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts reiche Bestand an Orangeriebäumen war innerhalb nur weniger Jahre vollständig verlorengegangen und die Aufzucht von Pflanzen aufgegeben worden. Selbst die Rasenflächen waren nurmehr sparsam bepflanzt. (Foto: MRV)

 

1953

Die seinerzeit noch zum Pionierhaus gehörende Kinder- und Jugendbibliothek bezieht ihr neues Domizil im dafür umgebauten Nördlichen Treibhaus.

 

1954

Die Pläne für den Neubau des aufgrund seiner Kriegsschäden zum Abriss vorgesehenen südlichen Treibhauses werden vorgelegt. Der 1940 entstandene Musikpavillon wird abgebrochen und eine ovale Tanzfläche aus Beton errichtet. Nach dem seinerzeit amtierenden Gothaer Bürgermeister Werner Salzmann (1920–2002) wird diese im Volksmund „Salzmann-Ei“ genannt. Im nördlichen Treibhaus wird die Abteilung Musikbibliothek der Heinrich-Heine-Bibliothek eröffnet. Im selben Jahr stirbt mit Carl Eduard von Sachsen-Coburg und Gotha der letzte Gothaer Herzog.

Die Orangerie im Wandel: Wo einst im westlichen Halbrund die barocken Steinvasen, das FEA-Kriegerdenkmal und später der Musikpavillon standen, wurde 1954 eine ovale Spiel- und Tanzfläche gebaut, die der goth’sche Volksmund ebenso respektlos wie treffend „Salzmann-Ei“ benannte. (Foto: MRV)

Die Orangerie im Wandel: Wo einst im westlichen Halbrund die barocken Steinvasen, das FEA-Kriegerdenkmal und später der Musikpavillon standen, wurde 1954 eine ovale Spiel- und Tanzfläche gebaut, die der goth’sche Volksmund respektlos „Salzmann-Ei“ benannte. (Foto: MRV)

 

1955

Das 1944 im Dachbereich schwer beschädigte südliche Treibhaus wird abgebrochen; ein Neubau ist bereits projektiert.

Noch im April 1955 hieß es, dass die im Krieg beschädigten südlichen Orangeriegebäude „in der alten Weise“ wiederhergestellt würden. Das durchaus sanierbare Treibhaus wurde abgebrochen; der bereits geplante Neubau jedoch nicht ausgeführt. (Foto: MRV)

Noch im April 1955 hieß es, dass die im Krieg beschädigten südlichen Orangeriegebäude „in der alten Weise“ wiederhergestellt würden. Das durchaus sanierbare Treibhaus wurde dafür abgebrochen; der bereits geplante Neubau jedoch nicht ausgeführt. Bis heute ist es unverständlich, wie rabiat die Gothaer Stadtväter mit der einmaligen historischen Bausubstanz umgingen und vieles unwiederbringlich zerstörten. (Foto: MRV)

 

1956

Die Gothaer Baufirma Werner Landmann wird vom Bürgermeister und Architekten Bruno Tamme (1883–1964) mit dem Umbau des „Lorbeerhauses“ zu einem HO-Café beauftragt. An der Ostseite des Gebäudes wird die halbrunde Sandsteinmauer mitsamt Zaun und Pfeilern, die den Abschluss der Orangerie zur Friedrichstraße hin bildet, abgebrochen (ihr wesentlich höheres Pendant am „Orangenhaus“ ist bis heute erhalten). Der einst umlaufende Fußweg um den Ostpavillon des Gebäudes wird dadurch an der Nordostecke des „Lorbeerhauses“ abgeschnitten. Im Mittelpavillon des Kalthauses werden ohne Grund die schmückenden Rocaillen um die große Stuckrosette der Decke entfernt.

1956 begannen die Sanierung des „Lorbeerhauses“ und sein Ausbau als „Orangerie-Konzertcafé“. Diese Aufnahme zeigt nicht nur sehr deutlich die seit dem Krieg vernagelten Fenster des Gebäudes, sondern auch sehr deutlich den bereits beräumten Platz des abgebrochenen südlichen Treibhauses. Bis heute ist es unverständlich, wie rabiat die Gothaer Stadtväter mit der einmaligen historischen Bausubstanz umgingen und vieles unwiederbringlich zerstörten. (Foto: Bundesarchiv)

1956 begannen die Sanierung des „Lorbeerhauses“ und sein Ausbau als „Orangerie-Konzertcafé“. Diese Aufnahme zeigt nicht nur sehr deutlich die seit dem Krieg vernagelten Fenster des Gebäudes, sondern auch sehr deutlich den bereits fast vollständig beräumten Platz des abgebrochenen südlichen Treibhauses. (Foto: Bundesarchiv)

 

Aufnahme des Kalthauses zu Beginn der Arbeiten. Die noch für dasselbe Jahr geplante Eröffnung des „Orangerie-Konzertcafés“ verzögerte sich jedoch um volle vier Jahre, sodass Spötter bereits den Namen „Café Lang“ für die Einrichtung vorschlugen. (Foto: MRV)

Aufnahme des Kalthauses zu Beginn der Arbeiten. Die noch für dasselbe Jahr geplante Eröffnung des „Orangerie-Konzertcafés“ verzögerte sich jedoch um volle vier Jahre, sodass Spötter bereits den Namen „Café Lang“ für die Einrichtung vorschlugen. (Foto: MRV)

 

1957

Anstelle des abgebrochenen südlichen Treibhauses werden ein Kesselhaus und ein Kohlebunker gebaut, die zugleich als Unterbau für das wiederzuerrichtende Gebäude dienen sollen. Dahinter wird eine Terrasse für den Kaffeegarten des HO-„Orangerie-Cafés“ angelegt. Die ursprünglichen Pläne für den Neubau des südlichen Treibhauses werden jedoch nicht verwirklicht.

 

1960

Nach vier Jahren Bauzeit eröffnet am 14. Juli im „Lorbeerhaus“ das im Volksmund „Ora“ genannte HO-„Orangerie-Café“; im Obergeschoss befindet sich eine Nachtbar.

 

Den Charme der Sechzigerjahre bot das 1960 eröffnete HO-„Orangerie-Café“, dessen moderne Ausstattung einen seltsamen Kontrast zu der zumindest teilweise erhalten gebliebenen Rokoko-Stuckdecke bildete. Im einstigen Gewächshaus erwarteten die Gäste ein „reichhaltiges Angebot gepflegter Getränke“ sowie „vorzügliche Konditoreiwaren“, wie es in der Eröffnungsanzeige hieß. (Fotos: SAG)

 

Orangerie 1962

Eine Ansicht des dem „Ora-Café“ gegenüberliegenden „Orangenhauses“, aufgenommen im Jahre 1962: Mit einem ebenso biederen wie unpassenden Jägerzaun war das 1954 gebaute „Salzmann-Ei“ im westlichen Halbrund des Gartens umgeben worden. Rechts hinter dem Orangeriegebäude ist ein Teil des renommierten Hotels „Stadt Coburg“ zu erkennen. (Foto: Altstadtverein)

 

1963

Anstelle der im Krieg zerstörten gläsernen Gewächshäuser wird als Ergänzung des „Orangerie-Cafés“ hinter dem „Lorbeerhaus“ ein Kaffeegarten mit Terrasse angelegt. Um einen Zugang von der damaligen Karl-Marx-Straße (heute wieder Friedrichstraße) her zu schaffen, wird an der Südostecke des „Lorbeerhauses“ ein Eingang angelegt und ein Tor in die das Areal abschließende Mauer eingefügt.

Wo einst hinter dem „Lorbeerhaus“ gläserne Gewächshäuser zur Aufzucht von Pflanzen standen, wurde 1963 ein Kaffeegarten mit Terrasse als Ergänzung des „Orangerie-Cafés“ eingerichtet. (Foto: Altstadtverein)

Wo einst hinter dem „Lorbeerhaus“ gläserne Gewächshäuser zur Aufzucht von Pflanzen standen, wurde 1963 ein Kaffeegarten mit Terrasse als Ergänzung des „Orangerie-Cafés“ eingerichtet. (Foto: Altstadtverein)

 

Ob sich der moderne Kaffeegarten hinter dem barocken Gebäude tatsächlich „harmonisch in das Gesamtbild“ einfügte, wie 1964 stolz berichtet wurde, mag dahingestellt bleiben. Hier eine Aufnahme mit Blickrichtung Poliklinik. (Foto: Altstadtverein)

Ob sich der moderne Kaffeegarten hinter dem barocken Gebäude tatsächlich „harmonisch in das Gesamtbild“ einfügte, wie 1964 in der Zeitung stolz berichtet wurde, mag dahingestellt bleiben. Hier eine Aufnahme mit Blickrichtung Poliklinik. (Foto: Altstadtverein)

 

1966

Über der Garderobe des HO-„Orangerie-Cafés“ im „Lorbeerhaus“ stürzt teilweise die Zwischendecke ein, da diese stark vom Schwamm geschädigt ist.

 

 

Die Idylle trügt: Zwar machte das erst wenige Jahre zuvor zum Café umgebaute „Lorbeerhaus“ äußerlich einen soliden Eindruck, doch waren bereits Mitte der 1960er-Jahre tragende Holzstrukturen im Inneren des Gebäudes marode. (Foto: SAG)

 

1971

In das bislang als Ausstellungs- und Veranstaltungssaal der Bibliothek genutzte westliche Apartement des „Orangenhauses“ wird eine Zwischendecke eingezogen. Damit haben lediglich noch der Mittel- und der Westpavillon des Gebäudes ihre ursprünglichen Raumhöhen von 11,20 Metern. Der Lesesaal im Obergeschoss des östlichen Apartements wird bis 1974 aufgrund von Deckenschäden für die Öffentlichkeit gesperrt. Das Wasserbecken mit Fontäne in der Mittelachse der Gartenanlage wird durch einen schmiedeeisernen Brunnen ergänzt, dessen Gestaltung an seinen im Jahre 1909 nach Vandalismusschäden entfernten Vorgänger angelehnt ist.

Im Jahre 1976 entstand diese Aufnahme, die nicht nur sehr schön den neuen Brunnen zeigt, sondern auch das halbrund geschwungene Beet, das seit den 1930er-Jahren die ursprünglich durchgehende Mittelachse abschloss. Ebenfalls interessant: der seinerzeit dunkelgelbe Anstrich des Schlosses Friedrichsthal. (Foto: Altstadtverein)

Im Jahre 1976 entstand diese Aufnahme, die nicht nur sehr schön den neuen Brunnen zeigt, sondern auch das halbrund geschwungene Beet, das seit den 1930er-Jahren die ursprünglich durchgehende Mittelachse abschloss. Ebenfalls interessant: der seinerzeit dunkelgelbe Anstrich des Schlosses Friedrichsthal. (Foto: Altstadtverein)

 

1985

An der Fassade des nördlichen Treibhauses werden die ursprünglichen hohen Glasfenster nach historischem Vorbild wiederhergestellt.

Blick auf die Nordseite der Orangerie. Sehr gut erkennbar ist links die 1985 nach historischem Vorbild wiederhergestellte durchgehende Fensterfassade des nördlichen Treibhauses. (Foto: Altstadtverein)

Blick auf die Nordseite der Orangerie. Sehr gut erkennbar ist links die originalgetreu wiederhergestellte durchgehende Fensterfassade des nördlichen Treibhauses. (Foto: Altstadtverein)

1986

Aus bautechnischen Gründen schließt das „Orangerie-Café“ am 31. Dezember. Da das Geld für eine grundlegende Sanierung des Gebäudes fehlt, steht das „Lorbeerhaus“ fortan leer.

 

Ein interessanter Einblick in den Kaffeegarten hinter dem „Lorbeerhaus“ bot sich den an der Straßenbahnhaltestelle Wartenden: Durch das vergitterte Oval in der Mauer an der Karl-Marx-Straße (heute wieder Friedrichstraße) konnten sie einen Blick auf die Gäste des „Ora-Cafés“ erhaschen. 23 Jahre nach der Eröffnung des Kaffeegartens wurde dieser geschlossen und das Gelände verkam zusehends. (Foto: Ernst Prause/MRV)

 

„Letzte Bestellungen, bitte!“, hieß es am 31. Dezember 1986: Trotz zweier Renovierungen in den Jahren 1978 und 1981 schloss das „Orangerie-Café“ (hier die Bar im Obergeschoss) für immer seine Türen. (Foto: Altstadtverein)

„Letzte Bestellungen, bitte!“, hieß es am 31. Dezember 1986: Trotz zweier Renovierungen in den Jahren 1978 und 1981 schloss das „Orangerie-Café“ (hier die Bar im Obergeschoss) für immer seine Türen. (Original: Altstadtverein)

 

1989

In diesem Jahr beginnen die bis 1991 dauernden Arbeiten zur teilweisen Sanierung des „Lorbeerhauses“. Für 790.000 DM werden u.a. das Dach neu gedeckt, neue Deckenbalken im Ostpavillon eingezogen und Schwammschäden beseitigt.

 

1993

Das Dach des „Orangenhauses“, das die Heinrich-Heine-Bibliothek beherbergt, wird saniert. Im Zuge dieser Arbeiten werden die Säulen der Sandsteinbrüstung über dem Eingang des Mittelpavillons entfernt und bis auf weiteres eingelagert. Ihr Wiedereinbau ist im Rahmen der notwendigen Sanierung des Gebäudes vorgesehen.

 

1994

Die Orangerie wird als möglicher Standort der geplanten Thüringer Spielbank genannt. Die Stadt Gotha bewirbt sich mit diesem Objekt neben Erfurt, Weimar und Altenburg und hofft darauf, bei einer Konzessionserteilung vor allem das verfallende „Lorbeerhaus“, das ebenfalls leerstehende Hofgärtnerhaus und das benachbarte Winterpalais sanieren zu können.

Blick von Südosten auf die Rückseite und den Ostpavillon des „Lorbeerhauses“. Deutlich sichtbar sind bereits die Schäden an der Fassade sowie einige mit Holzplatten verschlossene (weil zerstörte) Fenster. Interessantes Detail: Die Straßenbahnhaltestelle Orangerie weist sowohl noch das alte, DDR-typische Haltestellenschild als auch bereits ein moderneres Schild auf. (Foto: MRV)

Blick von Südosten auf die Rückseite und den Ostpavillon des „Lorbeerhauses“. Deutlich sichtbar sind bereits die Schäden an der Fassade sowie einige mit Holzplatten verschlossene (weil zerstörte) Fenster. Interessantes Detail: Die Straßenbahnhaltestelle Orangerie weist sowohl noch das alte, DDR-typische Haltestellenschild als auch bereits ein moderneres Schild auf. (Foto: MRV)

 

1995

Bei der grundlegenden Sanierung des Orangeriegartens werden die Rasenflächen und Rabatten in den zwischen 1900 und 1931 herrschenden Zustand zurückversetzt. U.a. wird die auf das Schloss Friedrichsthal zulaufende Mittelachse, die 1931 durch ein Halbrund aus Hecken und Rabatten geschlossen worden war, wieder durchgehend gestaltet. Im Zuge der Sanierungsarbeiten wird auch das 1954 gebaute „Salzmann-Ei“ abgebrochen.

Von eher fragwürdiger architektonischer Qualität war das „Salzmann-Ei“, das 41 Jahre lang als Fremdkörper das westliche Halbrund der Orangerie beherrschte. Diese Aufnahme entstand Anfang der 1990er-Jahre und ist eine der letzten, welche die Orangerie in dem Zustand zeigt, in dem sie sich während der DDR-Zeit dem Betrachter präsentierte. (Foto: Altstadtverein)

Von fragwürdiger architektonischer Qualität war das „Salzmann-Ei“, das 41 Jahre lang als Fremdkörper das westliche Halbrund der Orangerie beherrschte. Diese Aufnahme entstand Anfang der 1990er-Jahre und ist eine der letzten, welche die Orangerie in dem Zustand zeigt, in dem sie sich während der DDR-Zeit dem Betrachter präsentierte. (Foto: Altstadtverein)

 

1997

In dem als Bibliothek dienenden „Orangenhaus“ wird eine moderne Heizung eingebaut, welche nach 47 Jahren die alten Kachelöfen in den Räumen ersetzt. Lediglich im Mittelpavillon bleiben die beiden nun funktionslosen großen Kachelöfen von 1950 erhalten.

 

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