„Prinz Albert“ in der Orangerie
| Am 13.09.2026 fand auch „Prinz Albert“ den Weg in die Orangerie. Ursprünglich stammt diese Kamelie aus China und blühte erstmals 1839 in Europa. Der Name wurde 1840 zu Ehren von Prinz Albert, dem Ehemann von Queen Victoria, gewählt. Gemeinsam mit dem Parkverwalter Jens Scheffler pflanzten die Orangerie-Freunde die Kamelie im spendenfinanzierten Kamelienhaus ein. Seit über 150 Jahren gilt die historische Kamelie „Queen Victoria“ verschollen, wurde aber vor einiger Zeit in Australien wiederentdeckt. Wenn die ersten bewurzelten Stecklinge in Deutschland bereit stehen, dann kommt die „Queen Victoria“ gleich neben „Prinz Albert“ in das Kamelienhaus der Gothaer Orangerie. |
![]() Pflanzung „Prinz Albert“; Foto: Uwe Ulrich |
Zitrus, Kamelien, Ananas. Orangeriekultur im Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha
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Ausstellung im Orangenhaus der Herzoglichen Orangerie Gotha 31. Mai bis 13. September 2026 Fr/Sa/So 14-18 Uhr Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Mit Gründung des Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha im Jahr 1826 ließ der erste regierende Herzog Ernst I. (1784-1844) umfangreiche Veränderungen im Orangeriegarten vornehmen. Nach seinen Vorgaben verwandelten die verantwortlichen Hofgärtner die Orangerie in einen malerischen Blüten- und Pflanzengarten. Opulente Schmuckbeete mit Blumen und Blattpflanzen, wertvolle Exoten und mediterranen Kübelpflanzen zierten die großen Rasen- und Kiesplätze zwischen den alten Orangeriegebäuden. Die Ausstellung zeigt die Orangeriekultur im Herzogtum ebenso wie besondere Orangeriepflanzen und deren Kultivierung, beispielsweise der Ananas. InformationenMDR-Mediathek |
20 Jahre Orangerie-Freunde e.V.
Der Förderverein Orangerie-Freunde Gotha e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der im Juni 2006 gegründet wurde. Der Verein setzt sich zum Ziel, die Erhaltung der Orangerie von Schloss Friedenstein, als öffentliche Einrichtung, mit seinen Mitteln zu unterstützen. Derzeit zählt der Verein 52 Mitglieder, die alle ehrenamtlich tätig sind.
Die Orangerie Gotha ist eine spätbarocke Gartenanlage aus dem 18. Jahrhundert, die zu den Parkanlagen des Schlosses Friedenstein in Gotha gehört. Sie ist nicht nur die größte Orangerie Thüringens, sondern auch eine der größten derartigen Anlagen im deutschsprachigen Raum. In der wechselhaften Geschichte gab es viele Höhen und Tiefen und wechselnde Nutzungen der Gebäude und des Orangerie-Parterres. Erinnert sei hier an die Bibliothek im Orangenhaus (1950-2014) und an das „Orangerie-Café“ im Lorbeerhaus (1960-1986). Im 20. Jahrhundert ging auch der Bestand an Orangen- Zitrus- und Lorbeerbäumchen, den Namensgebern für die Orangerie, verloren.
Die Stadt Gotha bewirbt sich 1994 als Standort der geplanten Thüringer Spielbank und hofft darauf, bei einer Konzessionserteilung vor allem das verfallende „Lorbeerhaus“, das ebenfalls leerstehende Hofgärtnerhaus und das benachbarte Winterpalais sanieren zu können.

Schäden im Lorbeerhaus, Foto: Zwetz / Orangerie-Freunde e.V.
Nach siebenjähriger Diskussion um den künftigen Spielbankstandort in Thüringen ist die Gothaer Orangerie 2001 als letzter Mitbewerber aus dem Rennen, den Zuschlag für die Spielbank erhält die Landeshauptstadt. Der Zustand der seit 1994 für das Spielbank-Projekt freigehaltenen Gebäude („Lorbeerhaus“, Hofgärtnerhaus und Winterpalais) hat sich weiter verschlechtert. Schloss und Park Friedenstein sowie die Orangerie gehen 2004 von der Stadt Gotha in den Besitz der 1994 gegründeten Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten über.

Dachstuhlreparatur im Lorbeerhaus, Foto: Orangerie-Freunde e.V.
In der Fernsehsendung „Ein Schloss wird gewinnen“ des MDR gewinnen die Gothaer am 7. Mai 2006 durch ihre Anrufe überraschend 500.000 Euro von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz für die Sanierung des maroden „Lorbeerhauses“. Im Juni 2006 gründeten engagierte Bürger, die im Vorfeld der Sendung die Bürger zur Beteiligung an der Telefon-Abstimmung aufriefen, den Förderverein „Orangerie-Freunde“ Gotha e.V., der im Herbst mit der Beräumung des ehemaligen HO-„Orangerie-Cafés“ beginnt. Auch der einstige Kaffeegarten hinter dem „Lorbeerhaus“ wird durch die Vereinsmitglieder vom über die Jahre dort abgelagerten Müll freigeräumt.
Wesentliche Ziele des Vereins sind die Sanierung des Lorbeerhauses sowie den Erhalt aller Orangeriegebäude zu unterstützen, den Pflanzenbestand und die Garteneinrichtung der Orangerie stetig zu erweitern, die Geschichte und Bedeutung der Orangerie über die Residenzstadt hinaus bekannt zu machen und die Vermarktung der Orangerie als touristische Sehenswürdigkeit zu fördern. Um dies zu erreichen, steht die Organisation und Durchführung von Veranstaltungen (z.B. Konzerte, Ausstellungen) in der Orangerie im Mittelpunkt der Vereinsarbeit.

Spendenübergabe an die Gärtner der STSG, Foto: Uwe Ulrich
Um aus einem Garten wieder eine Orangerie erstrahlen zu lassen wurden etwa 300 Orangen- und Lorbeerbäumchen samt Pflanzkübeln für etwa 70.000 € über eingeworbene Spenden und erwirtschafteten Eigenmittel des Vereins beschafft. Fast 110.000 € wurden der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten für die Sanierung des Lorbeerhauses zur Verfügung gestellt. Bei einem Brandanschlag auf den Westpavillon des „Lorbeerhauses“ im April 2009 werden zwei Fenster und der gerade sanierte Innenraum schwer beschädigt. Über zwei Konzerte in der Orangerie konnte der Verein Spenden in Höhe von 20.000 € für den Ersatz zur Verfügung stellen. Um weiterem Vandalismus vorzubeugen wurden die Kosten für eine Videoüberwachung übernommen.
Leider wurde durch ein Sonderinvestitionsprogramm für die Restaurierungsarbeiten auf Schloss Friedenstein die Restaurierung des Lorbeerhauses bis auf weiteres eingestellt. Ob im nächsten Förderzeitraum ab 2032 Mittel für die Orangerie zur Verfügung stehen ist noch fraglich. Um als Verein unter diesen Bedingungen weiter für die Orangerie zu arbeiten entstand ein neues Projekt – der Neubau eines Kamelienhauses.

Führung im Kamelienhaus, Foto: Reinhard Bechmann
Die Kamelienpflanzen waren schon in den vergangenen Jahrhunderten in der Orangerie beheimatet und wurden hier durch die Gärtner kultiviert. Im Frühjahr 2022 konnte dann für 280.000 € das neue Kamelienhaus eingeweiht werden. Die Mittel dafür stammen aus Spenden und aus erwirtschafteten Eigenmitteln der Orangerie-Freunde.
Es gibt viele Probleme, die durch die Hilfe der Orangerie-Freunde kurzfristig gelöst werden können. Sei es die Reparatur des undichten Beckens des Springbrunnens, der Ersatz der Beleuchtung des Orangerieparterres oder als aktuelles Projekt der Kauf von Verschattungsrollos für das Orangenhaus.
In den 20 Jahren des Bestehens konnte der Verein über eingeworbene Spenden und Eigenmittel eine halbe Millionen Euro für den Erhalt und die Verschönerung der Orangerie zur Verfügung stellen. Für die nächsten Jahre gibt es natürlich schon neue Projekte um die Orangerie zu erhalten und noch attraktiver zu machen.
Gospel-Konzert zugunsten der Orangerie
| Am 24. April 2026, gab der Gothaer Gospelchor ein Konzert im Orangenhaus. Anlass ist das 20-jährige Bestehen des Vereins der Orangerie-Freunde. Gleichzeitig ist das Konzert der Auftakt zu mehreren Jubiläumsveranstaltungen zum 20-jährigen Bestehen des Gothaer Gospelchores. |
![]() Gothaer Gospelchor |
Seltene Kamelie für das Kamelienhaus
![]() Bella Romana; Foto: U. Ulrich |
![]() Vereinsvorsitzende Sabine Ulrich, Werner Werzner, Matthias Hey, Parkverwalter Jens Scheffler; Foto: U. Ulrich |
Spende für Kamelienhaus in der Herzoglichen Orangerie Gotha
Eine Spende von 1.000 Euro für das Kamelienhaus hat der Förderverein Orangerie-Freunde Gotha e.V. an die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten übergeben, gesammelt im Rahmen von Kamelienführungen im März und April 2025. Der Betrag soll für die Beschaffung weiterer Kamelien und für die Anfertigung von Informationstafeln im Kamelienhaus verwendet werden.
Parkverwalter Jens Scheffler dankte im Namen der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten für das große Engagement des Fördervereins. Mit ihren vielfältigen Veranstaltungen und Veranstaltungsreihen, wie dem jährliche Sommerkonzert oder dem beliebten Clubkino brächten die Orangerie-Freunde nicht nur kulturelles Leben in die Orangerie, sondern verbänden dies immer mit ihrem Vereinszweck, die Unterhaltung und Pflege der barocken Orangerie mit ihrem wertvollen exotischen Pflanzenbestand zu unterstützen. Zu den jährlich wiederkehrenden Veranstaltungen gehören auch die Kamelienführungen.
Die Sammlung historischer Kameliensorten in der Orangerie ist dank vieler Unterstützer inzwischen wieder auf 75 Pflanzen angewachsen. Für sie wurde eigens ein neues Kamelienhaus gebaut, das ebenfalls aus Spendenmitteln finanziert wurde. Es ging 2022 in Betrieb.

Sabine Ulrich und Uwe Ulrich vom Förderverein Orangerie-Freunde Gotha e.V. übergeben eine Spende von 1.000 Euro an Parkverwalter Jens Scheffler und Gärtnerin Anne Sydow von der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Foto: Wolfgang Conrad
Neue Pflanzkübel für die Orangerie

In Reih‘ und Glied im Lorbeerhaus, Foto: Uwe Ulrich
Inzwischen sind die Lorbeer- und Zitrusgewächse wieder in ihr Winterquartier im Lorbeerhaus der Gothaer Orangerie eingezogen. Hier verbringen sie die Wintermonate unter artgerechten klimatischen Bedingungen. In dieser Zeit werden die Bäumchen durch die Gärtner auch in die typische Kugelform geschnitten. Dabei kommt so mancher Schaden an den Pflanzkübeln ans Tageslicht. Ob morsche Bretter oder mutwillige Zerstörungen – Ersatz muss dringend beschafft werden.
Die Kosten für einen historischen Pflanzkübel können sich da schnell im Bereich von mehreren hundert Euro bewegen. Die Orangerie-Freunde Gotha haben darauf reagiert und 5000 Euro für die Beschaffung neuer Kübel zur Verfügung gestellt, damit die Orangerie auch in Zukunft eine Augenweide für die Gothaer und ihre Gäste bleibt. (08.11.2024)
Springbrunnen undicht
Weil der Springbrunnen in der Orangerie undicht war und somit sehr viel Wasser verloren ging, musste er durch die Orangerie-Gärtner abgestellt werden. Die „Orangerie-Freunde“ widmen ihr Handeln und Wirken der Orangerie und wollten mithelfen, dass der Springbrunnen repariert werden konnte. Dafür wurde ein mittlerer vierstelliger Betrag benötigt, der durch Benefizveranstaltungen und Eigenleistungen der „Orangerie-Freunde“ zusammengetragen wurde.
Jetzt kann der Marmorbrunnen in der Herzoglichen Orangerie Gotha wieder plätschern. Die Stiftung Thüringer Schlösser hat die undichten Fugen am Brunnenbecken durch den Steinmetzbetrieb Möller abdichten lassen, so dass der Start in den Sommer nur etwas verzögert wurde. Die Kosten in Höhe von fast 4000 Euro werden vollständig durch eine Spende des „Orangerie-Freunde“ Gotha e.V. finanziert.

Fugensanierung am Orangeriebrunnen, Foto STSG, Jens Scheffler
Wie der Parkverwalter Jens Scheffler berichtet, wurde der Marmorbrunnen in der Orangerie 1868 anstelle eines alten Sandsteinbeckens aufgestellt. Hersteller war der Steinmetz und Fabrikant Erhardt Ackermann (1813-1880) aus Weißenstadt. Ackermann gilt als Erfinder des Schleifens und Polierens von Naturstein im industriellen Maßstab mit elektrisch angetriebenen Maschinen. Im Brunnen befand sich ursprünglich ein industriell gefertigter Brunnenstock mit Etagen-Schalen aus Zink Guss. Nach Beschädigungen durch Vandalismus wurde die Figur mit den Brunnenschalen 1909 demontiert. Der heutige Brunnenstock aus Metall wurde in den 1970er Jahren vom Kunstschmied Günter Reichert (1934-2009) aus Friedrichroda geschaffen.

Orangeriebrunnen in Aktion, Foto: Wolfgang Conrad/Orangerie-Freunde
Fertigstellung des Orangerie Ensembles vor 250 Jahren
Von Uwe Ulrich

Einer der von Krohne 1747 vorgelegten Entwürfe für den neuen „Orangengarten“ mit Grundrissen der vier geplanten Gebäude und aufwändig gestalteten Gartenanlagen. (Original: ThStA Gotha)
Die Orangerie Gotha gilt als eine der größten und schönsten barocken Orangerie-Anlagen im deutschsprachigen Raum. Ihre Ursprünge gehen bis auf das Jahr 1711 zurück, die heutige Anlage entstand zwischen 1747 und 1774 nach Plänen des Baumeisters Gottfried Heinrich Krohne für Herzog Friedrich III. von Sachsen-Gotha-Altenburg.
In den Jahren 1708 bis 1711 wurde der gothaische Oberbaudirektor Wolf Christoph Zorn von Plobsheim (1665-1721) von Herzog Friedrichs II. von Sachsen-Gotha-Altenburg (1676–1732) beauftragt, unterhalb der östlichen Festungsanlagen des Schlosses Friedenstein an der „Allee vor dem Siebleber Tor“ (heute Friedrichstraße) das Lustschloss „Friedrichsthal“ nach dem Vorbild des Schlosses von Versailles zu entwerfen. Gegenüber des repräsentativen Schlosses „Friedrichsthal“ errichtete von Plobsheim das sogenannte Ordonnanzhaus, in dem die berittene herzogliche Leibwache untergebracht wurde. Hinter dem Ordonnanzhaus wurde in Richtung zum Schloss Friedenstein eine terrassierte Gartenanlage angelegt, an deren Südseite ein Gewächshaus entstand, in dem die umfangreiche herzogliche Sammlung von Orangeriepflanzen untergebracht wurde. Die Gartenanlage erhielt ab 1732 unter anderem ein „Lusthaus“ und eine Fontäne durch den gothaischen Oberlandbaumeister Johann Erhard Straßburger (1675- 1754).

Friedrich III. von Sachsen-Gotha-Altenburg, Gemälde von Christian Schilbach, 1720
Friedrich III. von Sachsen-Gotha-Altenburg (1699-1772) bestellte mit Wilhelm Ludwig Seitz (1687-1761) einen neuen Obergärtner für die Leitung der Gärten und der Orangerie. Durch ihn erfuhr das Areal gestalterisch eine Aufwertung. 1734 wurden das schmiedeeiserne Portal und das Zaungitter an der Straßenseite errichtet. Um die vorhandene wertvolle Orangerie-Sammlung zu präsentieren, fehlten Aufstellungs- und Überwinterungsmöglichkeiten. Dies bestärkte Friedrich III. in seinem Beschluss, eine Neugestaltung der Orangerie am gleichen Standort vorzunehmen.
Johann Erhard Straßburger legte 1735 die ersten Entwürfe für ein neues Treibhaus vor, die vom Herzog als nicht ausreichend abgelehnt und auch wegen der dafür veranschlagten Kosten nicht ausgeführt wurden. Das alte Orangerie Gebäude wurde lediglich repariert.

Ordonanzgarten 1735
Den Auftrag zur Umgestaltung des Ordonanzgarten in einen „Orangengarten nach französischem Vorbild“ erhielt 1747 der am Weimarer Hof tätige Landesoberbaudirektor Gottfried Heinrich Krohne (1703-1756) vom Herzog und der Herzoglichen Kammer. Dabei sollte auf Wunsch des Herzogs die gesamte Neuanlage in Symmetrie zu Schloss „Friedrichsthal“ etwas gedreht werden. Der erste Entwurf sah eine einheitliche, symmetrische Gesamtanlage in Teatroform mit zwei großen Orangenhäusern und benachbarten Treibhäusern auf der Nord- und Südseite vor. Das Ensemble richtete er perspektivisch so auf das Schloss „Friedrichsthal“ aus, dass die Gebäude der Orangerie wie eine Verlängerung der Seitenflügel des Schlosses wirken und eine architektonisch wie optisch ansprechende Verbindung zum oberhalb gelegenen Schlosspark und Schloss Friedenstein bilden.

Von Krohne vorgenommene Überplanung des Ordonnanzgartens. Gut erkennbar ist, dass die ursprüngliche Mittelachse der Anlage geschwenkt wurde, um die Orangerie exakt auf das Schloss Friedrichsthal auszurichten. (Original: ThStA Gotha)
Das Ordonnanzhaus wurde 1747 abgebrochen und das Gelände eingeebnet. Auf der Nord- und Südseite wurde das Baugelände durch den Zukauf privater Gärten erweitert und mit dem Bau des südlichen Treibhauses begonnen. Johann Erhard Straßburger ist lediglich an den bauvorbereitenden Arbeiten beteiligt.
Das südliche Treibhaus wurde als erstes der vier vorgesehenen Orangerie-Gebäude schon 1748 fertiggestellt. Im selben Jahr wurde mit dem Bau des benachbarten „Laurier-Hauses“ („Lorbeerhauses“) begonnen, welches als Kalthaus (d.h. für die Überwinterung der kälteempfindlichen Orangerie-Pflanzen) konzipiert ist. Nachdem der Rohbau des „Lorbeerhauses“ 1750 fertiggestellt war, begannen die Arbeiten zur plastischen Ausschmückung im damaligen Rokoko-Stil. Mit der Fertigstellung des Hauses 1752 stand es im Sommer für festliche Veranstaltungen und im Winter für die repräsentative Ausstellung der Orangerie-Pflanzen, die hier überwinterten, zur Verfügung.

Dieser vom Herzog bevorzugte Entwurf Krohnes für das „Laurierhaus“ (Lorbeerhaus) zeigt sehr schön, wie prächtig die gesamte Fassade und die Dächer des Kalthauses ursprünglich mit barockem Dekor verziert waren. (Original: ThStA Gotha)
Herzog Friedrich III. beauftragte Johann David Weidner (1721-1784) im Jahr 1756 das nördliche Kalthaus („Orangenhaus“) zu beginnen. Der Siebenjährige Kriege verhinderte jedoch die Ausführung der Arbeiten. Im gleichen Jahr starb der Architekt der Orangerie, Gottfried Heinrich Krohne.
Für den Bau des nördlichen Treibhauses 1758 war ebenfalls Johann David Weidner verantwortlich. Es war baugleich mit dem südlichen Treibhaus und an der Symmetrieachse des Gartens gespiegelt.
Erst 1766 wurde mit dem Bau des „Orangenhauses“ nach kriegsbedingter Verzögerung begonnen. Die Arbeiten zogen sich unter dem Baumeister Weidner bis ins Jahr 1773. Der Auftraggeber Herzog Friedrich III. starb bereits vor der Fertigstellung des von ihm in Auftrag gegebenen Orangerie-Ensembles.
Die Arbeiten am Orangerie-Garten werden 1774 abgeschlossen.

Gottfried Heinrich Krohne (* 26. März 1703 in Dresden; † 30. Mai 1756 in Weimar)
Die Garten-Entwürfe von Krohne wurden nicht mehr verwirklicht, da sich in den 27 Jahren Bauzeit der Anlage, der Gartengeschmack zu Gunsten englischer Landschaftsgärten verändert hatte. So wurden nur einfache Rasenparterres angelegt, um die herum Kübelpflanzen aufgestellt wurden. Im „Orangenhaus“ überwinterten vor allem Zitronen, Pampelmusen, Orangen und Pomeranzen und im „Lorbeerhaus“ u.a. Zypressen, Lorbeer, Oleander, Feigen und Myrten.
Bereits 1775 wurde auf Anordnung Herzog Ernsts II. (1745-1804) die plastischen Rokoko-Verzierungen an den Häusern entfernt und dem Orangen- und Lorbeerhaus ein schlichteres Erscheinungsbild verabreicht. Ihr damaliges Aussehen haben beide Häuser im Wesentlichen bis heute behalten.
Bei einem Luftangriff am 24. Februar 1944 wurde die Orangerie von zwei Luftminen getroffen. Während die erste in der Nähe des Musikpavillons unterhalb der Balustrade einschlug, traf die zweite beinahe direkt das südliche Treibhaus, dessen Mittelteil schwer zerstört wurde. Im benachbarten „Lorbeerhaus“ und in den dahinter liegenden Gewächshäusern gingen fast alle Scheiben zu Bruch. Im Jahr 1955 brach man das schwer beschädigte südliche Treibhaus ab.

Neues Kamelienhaus hinter dem Nördlichen Treibhaus, Foto: Uwe Ulrich
Inzwischen gehören wieder vier Gebäude zum Orangerie-Komplex. Nach 16 Monaten Bauzeit konnte 2022 ein Kamelienhaus hinter dem nördlichen Treibhaus eröffnet werden, dass auf Initiative der „Orangerie-Freunde“ e.V. vollständig aus Vereinsmitteln und Spenden der Bevölkerung finanziert wurde.
Die seit 250 Jahren unveränderten Gebäude, eine sehr aufwendige jahreszeitliche Bepflanzung der Beete und die Vielzahl von Citrus- und Lorbeerbäumchen machen aus dem Orangerie-Ensemble ein Kleinod in der Residenzstadt Gotha.





