Aktuelles

Spende für die Orangerie

Spendenübergabe (Foto: Uwe Ulrich)
(Gundula Leidner – FK Forschungsbibliothek, Sabine Urich – Orangerie-Freunde, Matthias Hey (MdL), Jens Scheffler – Parkverwalter)

Seit 15 Jahren sammelt Matthias Hey in den Sommermonaten, während seiner Illuminaten-Führungen durch den Schlosspark, Spenden für zwei Gothaer Vereine.
Entstanden ist die Idee nach einem Brandanschlag auf das Lorbeerhaus, bei dem 2 neue Fenster zu je 10.000 € zerstört worden sind. Gemeinsam mit den Orangerie-Freunden, deren Mitglied er auch ist, wurde der Betrag zusammengetragen und der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten zur Neubeschaffung übergeben.
Die in den letzten Jahren gesammelten Spenden von den Illuminaten-Führungen im Sommer und den Kamelien-Führungen im Winter kamen dem neuen Kamelienhaus zu Gute.
In diesem Jahr kamen bei seinen Illuminaten-Führungen 5600 € zusammen, die er je zur Hälfte an den Freundeskreis der Forschungsbibliothek Gotha e.V. und den Orangerie-Freunden Gotha e.V. am 18.September 2023 übergab.


Besuch in der Orangerie

Der Gothaer Kindergarten „August-Köhler-Kinderhaus“ war im Rahmen ihres  Projektes „ Vorlesen an Außergewöhnlichen Orten“ im August 2023 in der Orangerie zu Gast. Ziel des Projektes ist es, dass die Kinder ihre Heimatstadt Gotha noch besser kennen lernen. Es soll ihre Neugierde geweckt werden auf Bücher, Geschichten und geschriebene Worte.
Nachdem die Kinder zwei Geschichten, vorgelesen von der Vereinsvorsitzenden Sabine Ulrich, gelauscht hatten, wollten Sie natürlich auch die Orangerie erkunden. Nach einem Rundgang durch das Orangenhaus, das Lorbeerhaus und den Orangeriegarten bekamen die Kinder jeweils eine „Sina“ – das Maskottchen der „Orangerie-Freunde“ geschenkt. Mit einem Lied bedankten sich die Kinder für die schöne Zeit in der Orangerie.

Besuch in der Orangerie 22.08.2023


Neue Pflanzkübel für die Orangerie

Überwintern im Lorbeerhaus (März 2023), Foto: Uwe Ulrich

Noch halten die Lorbeer- und Zitrusgewächse ihre Winterruhe im Lorbeerhaus der Gothaer Orangerie. Hier verbringen sie die Wintermonate unter artgerechten klimatischen Bedingungen. In dieser Zeit werden die Bäumchen durch die Gärtner auch in die typische Kugelform geschnitten. Nach den „Eisheiligen“ erfolgt schrittweise die Auswinterung und Aufstellung in der Orangerie. Dabei kommt so mancher Schaden an den Pflanzkübeln ans Tageslicht. Ob morsche Bretter oder mutwillige Zerstörungen – Ersatz muss dringend beschafft werden. Die Kosten für einen historischen Pflanzkübel können sich da schnell im Bereich von mehreren hundert Euro bewegen. Die Orangerie-Freunde Gotha haben darauf reagiert und 5000 Euro für die Beschaffung neuer Kübel zur Verfügung gestellt, damit die Orangerie auch in Zukunft eine Augenweide für die Gothaer und ihre Gäste bleibt.


Baubeginn des Orangerie Ensembles vor 275 Jahren

Von Uwe Ulrich

Einer der von Krohne 1747 vorgelegten Entwürfe für den neuen „Orangengarten“ mit Grundrissen der vier geplanten Gebäude und aufwändig gestalteten Gartenanlagen.  (Original: ThStA Gotha)

Die Orangerie Gotha gilt als eine der größten und schönsten barocken Orangerie-Anlagen im deutschsprachigen Raum. Ihre Ursprünge gehen bis auf das Jahr 1711 zurück, die heutige Anlage entstand zwischen 1747 und 1774 nach Plänen des Baumeisters Gottfried Heinrich Krohne für Herzog Friedrich III. von Sachsen-Gotha-Altenburg.

In den Jahren 1708 bis 1711 wurde der gothaische Oberbaudirektor Wolf Christoph Zorn von Plobsheim (1665-1721) von Herzog Friedrichs II. von Sachsen-Gotha-Altenburg (1676–1732) beauftragt, unterhalb der östlichen Festungsanlagen des Schlosses Friedenstein an der „Allee vor dem Siebleber Tor“ (heute Friedrichstraße) das Lustschloss „Friedrichsthal“ nach dem Vorbild des Schlosses von Versailles zu entwerfen. Gegenüber des repräsentativen Schlosses „Friedrichsthal“ errichtete von Plobsheim das sogenannte Ordonnanzhaus, in dem die berittene herzogliche Leibwache untergebracht wurde. Hinter dem Ordonnanzhaus wurde in Richtung zum Schloss Friedenstein eine terrassierte Gartenanlage angelegt, an deren Südseite ein Gewächshaus entstand, in dem die umfangreiche herzogliche Sammlung von Orangeriepflanzen untergebracht wurde. Die Gartenanlage erhielt ab 1732 unter anderem ein „Lusthaus“ und eine Fontäne durch den gothaischen Oberlandbaumeister Johann Erhard Straßburger (1675- 1754).

Friedrich III. von Sachsen-Gotha-Altenburg, Gemälde von Christian Schilbach, 1720

Friedrich III. von Sachsen-Gotha-Altenburg, Gemälde von Christian Schilbach, 1720

Friedrich III. von Sachsen-Gotha-Altenburg (1699-1772) bestellte mit Wilhelm Ludwig Seitz (1687-1761) einen neuen Obergärtner für die Leitung der Gärten und der Orangerie. Durch ihn erfuhr das Areal gestalterisch eine Aufwertung. 1734 wurden das schmiedeeiserne Portal und das Zaungitter an der Straßenseite errichtet. Um die vorhandene wertvolle Orangerie-Sammlung zu präsentieren, fehlten Aufstellungs- und Überwinterungsmöglichkeiten. Dies bestärkte Friedrich III. in seinem Beschluss, eine Neugestaltung der Orangerie am gleichen Standort vorzunehmen.

Johann Erhard Straßburger legte 1735 die ersten Entwürfe für ein neues Treibhaus vor, die vom Herzog als nicht ausreichend abgelehnt und auch wegen der dafür veranschlagten Kosten nicht ausgeführt wurden. Das alte Orangerie Gebäude wurde lediglich repariert.

Ordonanzgarten 1735

Ordonanzgarten 1735

Den Auftrag zur Umgestaltung des Ordonanzgarten in einen „Orangengarten nach französischem Vorbild“ erhielt 1747 der am Weimarer Hof tätige Landesoberbaudirektor Gottfried Heinrich Krohne (1703-1756) vom Herzog und der Herzoglichen Kammer. Dabei sollte auf Wunsch des Herzogs die gesamte Neuanlage in Symmetrie zu Schloss „Friedrichsthal“ etwas gedreht werden. Der erste Entwurf sah eine einheitliche, symmetrische Gesamtanlage in Teatroform mit zwei großen Orangenhäusern und benachbarten Treibhäusern auf der Nord- und Südseite vor. Das Ensemble richtete er perspektivisch so auf das Schloss „Friedrichsthal“ aus, dass die Gebäude der Orangerie wie eine Verlängerung der Seitenflügel des Schlosses wirken und eine architektonisch wie optisch ansprechende Verbindung zum oberhalb gelegenen Schlosspark und Schloss Friedenstein bilden.

Von Krohne vorgenommene Überplanung des Ordonnanzgartens. Gut erkennbar ist, dass die ursprüngliche Mittelachse der Anlage geschwenkt wurde, um die Orangerie exakt auf das Schloss Friedrichsthal auszurichten. (Original: ThStA Gotha)

Das Ordonnanzhaus wurde 1747 abgebrochen und das Gelände eingeebnet. Auf der Nord- und Südseite wurde das Baugelände durch den Zukauf privater Gärten erweitert und mit dem Bau des südlichen Treibhauses begonnen. Johann Erhard Straßburger ist lediglich an den bauvorbereitenden Arbeiten beteiligt.

Das südliche Treibhaus wurde als erstes der vier vorgesehenen Orangerie-Gebäude schon 1748 fertiggestellt. Im selben Jahr wurde mit dem Bau des benachbarten „Laurier-Hauses“ („Lorbeerhauses“) begonnen, welches als Kalthaus (d.h. für die Überwinterung der kälteempfindlichen Orangerie-Pflanzen) konzipiert ist. Nachdem der Rohbau des „Lorbeerhauses“ 1750 fertiggestellt war, begannen die Arbeiten zur plastischen Ausschmückung im damaligen Rokoko-Stil. Mit der Fertigstellung des Hauses 1752 stand es im Sommer für festliche Veranstaltungen und im Winter für die repräsentative Ausstellung der Orangerie-Pflanzen, die hier überwinterten, zur Verfügung.

Gottfried Heinrich Krohne, Entwurfszeichnung für das Lorbeerhaus, 1747

Dieser vom Herzog bevorzugte Entwurf Krohnes für das „Laurierhaus“ (Lorbeerhaus) zeigt sehr schön, wie prächtig die gesamte Fassade und die Dächer des Kalthauses ursprünglich mit barockem Dekor verziert waren.  (Original: ThStA Gotha)

Herzog Friedrich III. beauftragte Johann David Weidner (1721-1784) im Jahr 1756 das nördliche Kalthaus („Orangenhaus“) zu beginnen. Der Siebenjährige Kriege verhinderte jedoch die Ausführung der Arbeiten. Im gleichen Jahr starb der Architekt der Orangerie, Gottfried Heinrich Krohne.

Für den Bau des nördlichen Treibhauses 1758 war ebenfalls  Johann David Weidner verantwortlich. Es war baugleich mit dem südlichen Treibhaus und an der Symmetrieachse des Gartens gespiegelt.

Erst 1766 wurde mit dem Bau des „Orangenhauses“ nach kriegsbedingter Verzögerung begonnen. Die Arbeiten zogen sich unter dem Baumeister Weidner bis ins Jahr 1773. Der Auftraggeber Herzog Friedrich III. starb bereits vor der Fertigstellung des von ihm in Auftrag gegebenen Orangerie-Ensembles.

Die Arbeiten am Orangerie-Garten werden 1774 abgeschlossen.

Gottfried Heinrich Krohne (* 26. März 1703 in Dresden; † 30. Mai 1756 in Weimar)

Die Garten-Entwürfe von Krohne wurden nicht mehr verwirklicht, da sich in den 27 Jahren Bauzeit der Anlage, der Gartengeschmack zu Gunsten englischer Landschaftsgärten verändert hatte. So wurden nur einfache Rasenparterres angelegt, um die herum Kübelpflanzen aufgestellt wurden. Im „Orangenhaus“ überwinterten vor allem Zitronen, Pampelmusen, Orangen und Pomeranzen und im „Lorbeerhaus“ u.a. Zypressen, Lorbeer, Oleander, Feigen und Myrten.

Bereits 1775 wurde auf Anordnung Herzog Ernsts II. (1745-1804) die plastischen Rokoko-Verzierungen an den Häusern entfernt und dem Orangen- und Lorbeerhaus ein schlichteres Erscheinungsbild verabreicht. Ihr damaliges Aussehen haben beide Häuser im Wesentlichen bis heute behalten.

Bei einem Luftangriff am 24. Februar 1944 wurde die Orangerie von zwei Luftminen getroffen. Während die erste in der Nähe des Musikpavillons unterhalb der Balustrade einschlug, traf die zweite beinahe direkt das südliche Treibhaus, dessen Mittelteil schwer zerstört wurde. Im benachbarten „Lorbeerhaus“ und in den dahinter liegenden Gewächshäusern gingen fast alle Scheiben zu Bruch. Im Jahr 1955 brach man das schwer beschädigte südliche Treibhaus ab.

Neues Kamelienhaus hinter dem Nördlichen Treibhaus

Inzwischen gehören wieder vier Gebäude zum Orangerie-Komplex. Nach 16 Monaten Bauzeit konnte in diesem Jahr ein Kamelienhaus hinter dem nördlichen Treibhaus eröffnet werden, dass auf Initiative der „Orangerie-Freunde“ e.V. vollständig aus Vereinsmitteln und Spenden der Bevölkerung finanziert wurde.

Während in diesem Jahr der 275-jährige Beginn der Planungen und Bauarbeiten an der heutigen Orangerie begangen werden kann, erwartet die Besucher im Jahr 2024 der 250. Jahrestag der Fertigstellung des Orangerie-Ensembles in der heute noch existierenden Form.

 


Gewinner des „Westthüringer Stiftungspreises“

Sieger Westthüringer Stiftungspreis 2021, Foto: woco

Zum nunmehr 5. Mal lobte die
Stiftung

Preisverleihung, Foto: woco

Westthüringen den „Westthüringer Stiftungspreis“ aus, für den sich auch die „Orangerie-Freunde“ e.V. bewarben.

Von der Jury, bestehend aus Vorstand und Kuratorium der Stiftung Westthüringen, wurden die Bewerbungen gesichtet und bewertet. Die „Orangerie-Freunde“ e.V. waren unter den Preisträgern und konnten während der feierlichen Preisverleihung am 02.06.2022 den Sieger-Preis in Empfang nehmen. Die damit verbundenen 1000,- € sollen für den Ankauf von Kamelien verwendet werden.


Eröffnung des neuen Kamelienhauses

In der Herzoglichen Orangerie Gotha wurde am 3. April 2022 das neu errichtete Kamelienhaus eröffnet. Das rund 260.000 Euro teure Gebäude wird vollständig durch Spenden finanziert.

Das neue Kamelienhaus, Foto: woco

Der umfangreiche Kamelien-Bestand war im Nördlichen Treibhaus untergebracht, dass wegen der Süd-Ausrichtung der Fenster zu warm für die eher Kühle liebenden Pflanzen war. Es bot sich an, die freie Fläche im Schattenwurf des Nördlichen Treibhauses zu nutzen, zumal auf alten Zeichnungen hier schon einmal ein Gebäude stand, vermutlich ein Kamelienhaus zur Versorgung des Hofes mit blühenden Pflanzen in den Winter- und Frühlingsmonaten.

Das Gebäude entstand innerhalb von etwa 15 Monaten am Standort des historischen Kamelienhauses.  Die Rück- und die Seitenwände bestehen aus Beton, das Dach und die Nordfassade aus Stahl und Glas. Die massiven Wände und die Einsenkung in die Erde sorgen für thermischen Ausgleich. Zusammen mit der Ausrichtung nach Norden entsteht so ein ideales Klima für die ursprünglich aus Ostasien stammenden Pflanzen. Geheizt werden muss erst ab etwa -7 Grad Kälte.

Sabine Ulrich und Schüler der Kreismusikschule, Foto: woco

Die Kosten für das Gebäude konnten aufgrund ehrenamtlichen Engagements aus Spenden finanziert werden. Erste Sammlungen initiierte der Förderverein „Orangerie-Freunde“ Gotha e.V. schon 2015. Insgesamt kamen seither 180.000 Euro zusammen. Weitere 70.000 Euro wurden durch Eigenleistungen und kostenlosen Firmenleistungen – etwa die Planung durch den Architekten Michael Leepin und das Ausheben der Baugrube – erbracht. Auch der Restbetrag von 10.000 Euro soll noch mit Spenden durch die „Orangerie-Freunde“ aufgebracht werden.

 

 

Frau Dr. Fischer und Sabine Ulrich, Foto: woco

Dr. Doris Fischer, Direktorin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, ist beeindruckt von der Spendenbereitschaft: „Dass wir heute das Kamelienhaus seiner Bestimmung übergeben können, ist das Verdienst vieler Spenderinnen und Spender, die sich vom begeisterten Werben der „Orangerie-Freunde“ Gotha haben mitreißen lassen. Wir danken allen, die sich unermüdlich für das Projekt eingesetzt, auf den Erfolg vertraut und Geld und Arbeit gespendet haben. Die gemessen an der Summe sehr kurze Zeit von der Idee bis zur Umsetzung zeigt, dass es für viele ein wirkliches Herzensprojekt ist.“

Sabine Ulrich, Vorsitzende der „Orangerie-Freunde“ Gotha, dankte allen Spendern und insbesondere den ehrenamtlich engagierten Vereinsmitgliedern, die im Laufe der 15 Jahre des Bestehens des Vereines bisher weit über 400.000 € durch ihre ausdauernde Arbeit zusammengetragen haben und somit viele kleine oder größere Projekte in der Orangerie in Angriff nehmen konnten.

Eröffnung (M. Hey, Dr. Fischer, S. Ulrich, J. Scheffler von links), Foto: woco

Mit der Fertigstellung sind bereits die ersten neuen Kamelien in das Kamelienhaus eingezogen. Der Neuaufbau der Sammlung war nötig geworden, nachdem ein Virus 2020 den bisherigen Bestand binnen Wochen vernichtet hatte. Nun wird der Bestand aus historischen Sorten neu aufgebaut. Die Pflanzen stammen ausschließlich aus nachweisbarer Herkunft, womit künftige Schäden vermieden werden sollen. Die bisher 30 Kamelien wurden vom Botanischen Garten Berlin-Dahlem, dem Schlossgarten Bad Homburg und den Botanischen Sammlungen in Zuschendorf abgegeben. Sammlungsziel ist es, mit 70 bis 100 eingetopften oder ausgepflanzten Exemplaren einen Ausschnitt aus dem historischen Kameliensortiment der Herzoglichen Orangerie Gotha im 19. Jahrhundert zu präsentieren.

Erste Gäste, Foto: woco

Immergrüne Blätter, große Blüten und ein buntes Farbenspiel – die in Japan und China heimische Kamelie erfreute sich nach dem Import der Teestrauchgewächse seit dem 18. Jahrhundert zunehmender Beliebtheit an den europäischen Höfen. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich eine Kamelienmode. Das Sammeln und Züchten einer großen Sortenvielfalt wurde zum Aushängeschild anspruchsvoller Gärten. In der Herzoglichen Orangerie gab es laut Inventar aus dem Jahr 1871 einen eindrucksvollen Bestand von 670 Kamelien.

Arbeitsleistungen wurden gespendet durch die Firmen Michael Leepin, GKL Planer Erfurt (Planung), ibah Ingenieurbüro Axel Heuchling, Gotha (Planung), Firma Heinz Werner, Aschara (Baugrube), Firma Kieser, Gotha (Kies), Firma BAW Baumaschinen Gotha (Radladermiete), Spedition Geis (Pflanzentransport).

Bauverlauf im Bautagebuch Kamelienhaus

 


Spendenprojekt Kamelienhaus in der Herzoglichen Orangerie auf der Zielgeraden

Pressemitteilung der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten vom 16. Dezember 2021

Das Kamelienhaus in der Herzoglichen Orangerie Gotha steht kurz vor seiner Fertigstellung. Für das Projekt hat die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten vor Weihnachten noch einmal rund 18.000 Euro Spenden vom Förderverein Orangerie-Freunde Gotha e.V. erhalten. Die Spenden belaufen sich damit auf insgesamt 177.000 Euro. Damit fehlen nur noch etwa 15.000 Euro bis zum Ziel der vollständigen Finanzierung aus Spendenmitteln. Im März soll das Haus eröffnet werden.

Elektrolader von BAW Gotha im Einsatz

Rund 175.000 Euro wurden bisher investiert. Hinzu kommen Eigenleistungen der Orangerie-Freunde und der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten sowie gespendete Arbeitsleistungen von Firmen und Planern. Bereits umgesetzt werden konnten damit der Rohbau, die Gewächshausverglasung, die Türen, die Bewässerungsanlage und die Haustechnik. Sogar die speziell zusammengesetzte Kamelienerde ist schon angeliefert. Jetzt stehen noch Arbeiten wie eine Giebelabdeckung aus Blech und die Anlage der Pflanzbeete aus.

„Ein herausragendes Beispiel bürgerschaftlichen Engagements rückt damit in greifbare Nähe. Ich bin tief beeindruckt, mit welcher Zielstrebigkeit und Hartnäckigkeit die Orangerie-Freunde und viele andere Engagierte das Projekt begleiten“, kommentiert Dr. Doris Fischer, Direktorin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, das Vorhaben. „Man merkt allen Beteiligten an, dass die Kamelien in der Orangerie für die Gothaer wirklich eine Herzensangelegenheit sind.“

Befestigung der Spaliere

Eindrucksvolle Unterstützung gibt es auch für die Erneuerung der Kamelienbestände. Im vergangenen Jahr waren fast alle Pflanzen einem Virus zum Opfer gefallen. Nun stellen mehrere Partnereinrichtungen, darunter der Botanische Garten in Berlin-Dahlem, Schloss Zuschendorf bei Pirna, Schloss Homburg in Bad Homburg vor der Höhe und eine sächsische Kameliengärtnerei historische Sorten zur Verfügung. Die Eröffnung nach dem Einzug der neuen Pflanzen planen die Orangerie-Freunde Gotha und die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten für März 2022.

Fotos: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Jens Scheffler

Bautagebuch des Kamelienhauses


Wertvolle Kamelien-Sammlung durch Virus vernichtet

Die Enttäuschung ist sehr groß, steht doch das neue Kamelienhaus fast fertig an seinem Standort hinter dem Treibhaus aber die Kamelienbestände, die im Herbst umziehen sollten, sind zerstört.

Virusbefall an Kamelien

Vom Virus befallene Kamelien; Foto: Matthias Hey / Orangerie-Freunde

Im Frühjahr starben bei einzelnen Pflanzen die Blätter und Triebe ab, so als seinen sie vertrocknet. Rasant breitete sich diese Schädigung im Bestand aus. Untersuchungen der Uni Jena ergaben, dass die Kamelien von Badna-Viren befallen sind, die den Wasser- und Nährstofftransport in der Pflanze verhindern. Somit muss der Bestand vernichtet werden, um eine Ausbreitung zu verhindern.

Um eine neue Sammlung für das  Kamelienhaus aufzubauen, wurde Kontakt zu den Botanischen Sammlungen in Pirna-Zuschendorf aufgenommen. Kamelien-Setzlinge können dabei schon mal über 100 € kosten. Der Gesamtschaden wird auf über 6000 € beziffert, wenn wieder etwa 100 Kamelien angeschafft werden, die dann gleich in das neue Kamelienhaus einziehen sollen. Um dieses Ziel bis zur Blüte im Winter zu erreichen, benötigen die Orangerie-Freunde Hilfe. Mit der Spendenaktion „Neue Kamelien für Gotha“ soll diese Ziel erreicht werden.

 

 


 

Neues Kamelienhauses für Gotha

Im Dezember 2020 erfolgte der Start zum Neubau des Kamelienhauses hinter dem Nördlichen Treibhaus. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich aus Spenden. Bis zur Bundesgartenschau 2021, bei der die Orangerie ein Außenstandort ist, soll das Kamelienhaus in wesentlichen Teilen fertiggestellt sein. In einem Bautagebuch können die Fortschritte beobachtet werden und in einer zugehörigen  Galerie können Fotos betrachtet werden.

Kamelienhaus

Visualisierung des neuen Kamelienhauses, Foto: GKL-Planer Erfurt


 

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